Rotgipfler

100 Hektar Kostbarkeit. Die Ampelographie kann mitunter für Verwirrung sorgen! Rebsorten, die in ihrem Namen die Farbbezeichnung „Rot“ tragen, sind in aller Regel Weißweinsorten. So wie der Rotgipfler, dessen Name sich auf die Farbe seiner Triebspitzen bezieht. Wie so oft hat die Natur das Ihre dazu beigetragen und diese Sorte als natürliche Kreuzung aus Roter Veltliner x Traminer hervorgebracht. Etabliert hat sich die für Winzer wie für Weingenießer höchst attraktive Rebsorte erstaunlicherweise nur in der Thermenregion.

Vielen Weingenießern ist die Sorte als Teil des „Spätrot-Rotgipflers“ bekannt, der wiederum seit dem 19. Jahrhundert den Ruhm des „Gumpoldskirchners“ und weiterer Rebsorten des Weinbaugebiets südlich von Wien ausmacht. Mit Rotgipfler sind wenig mehr als 100 Hektar im Weinland Thermenregion bepflanzt. Im gesamten Rest der Welt kommt nicht mehr viel an Rebfläche dazu. Damit handelt es sich beim Rotgipfler um eine absolute Rarität unter den Rebsorten mit Potenzial für großen Wein.

Rotgipfler erbringt seine besten Ergebnisse in warmen Weinbergslagen mit kalkhaltigen Böden und bei einer Bewirtschaftung, die ausdrücklich nicht auf hohen Ertrag ausgerichtet ist. Das passt zu unseren Weingärten an den geschützten Südosthängen bei Gumpoldskirchen und zu unserer Lebenshaltung, in der wir mit weniger vom Guten zufriedener sind als mit viel vom Austauschbaren. Alte Reben und ideale Lagen geben dem Johanneshof Reinisch die Möglichkeit, Rotgipfler in den für die Sorte idealtypischen Charakteren zu gewinnen – von animierenden Weinen mit Frische und schwebender Eleganz bis zu kraftvollen Kreszenzen mit einem komplexen, exotisch-duftenden Aromaspiel und hohem Reifepotenzial.

Rotgipfler Traube

Rotgipfler Traube